· 

Ohne Spikes kein Gipfelglück

Ålesund - schönste Stadt Norwegens - wir sehen uns wieder. Im Sommer 2023 waren wir auf der Rückreise von Senja für zwei Tage in dieser schönen Jugendstilstadt. Heute haben wir wieder einige Stunden, um diese Stadt ausführlich zu besichtigen. Aber, eine kleine Hürde muss noch genommen werden.

Dazu später mehr. Vorerst ein paar Anmerkungen zum Morgen und der frischen Luft an Deck.

6 Uhr AUFSTEHEN! Grund dafür ist der frühe Zeitslot für Frühstück, Mittag und Abendessen. Warum auch immer, wir hatten es wohl verpeilt, uns rechtzeitig am Restaurant für eine ggf. angenehmere Zeit eine Reservierung zu holen. Was solls, wir sind doch eh Frühaufsteher. Passt also für uns. 7 Uhr erwartet uns ein kompliziertes Frühstück. Da es auf der Havila kein Buffet gibt, muss man für sein Frühstück alles bestellen, was man so mag. Gar nicht so einfach einzuschätzen, was neben dem lebensnotwendigen Kaffee noch alles in den Magen will. Aber, so blöd stellen wir uns gar nicht an und am Ende wird es ein schmackhaftes, sättigendes Frühstück und wir können mit viel Energie in einen wunderbaren Tag starten.

So ab 8 Uhr wird es langsam hell. Wir ziehen uns war an und verbringen fast zwei Stunden an der frischen Luft. Die Möglichkeiten, die tolle norwegische Landschaft vom Deck des Schiffs aus zu betrachten sind großartig. Warme Jacken und Handschuhe sind jedoch ein Muss. Eine Mütze kommt später noch hinzu. Dass ich besser bereits meine Winterstiefel hätte anziehen sollen, wird mir leider erst bei der Ankunft in Ålesund bewusst.

 

Kurz vor 10 Uhr kommen wir in der wunderschönen Stadt Ålesund an und wir haben ein Traumwetter. Unsere geplante Tour auf den Zuckerhut (Zukkertoppen) vor der Stadt wurde leider abgesagt, da die Wegbedingungen eine Gipfeltour nicht zulassen. Leider. Den Grund erfahren wir dann ein paar Minuten später selbst. Die ersten Schritte an Land sind von Schnee und vor allem Eis geprägt. Spiegelglatte Straßen und Wege lassen nur sehr behutsame Schritte zu. Dem ersten Outdoor-Laden im Ort statten wir einen Besuch ab und kommen mit zwei Paar Spikes in Größe S und L und einigen guten Tipps vom netten Ladenbesitzer aus dem Geschäft.

Wir sind nun in der Lage, alle Gipfel der Umgebung zu erklimmen. Naja, vieleicht ein bisschen übertrieben, aber den ersten Rundumblick von der Empfehlung des Ladeninhabers meistern wir ohne Ausrutscher und genießen die tolle Aussicht über die Stadt, das Meer und die Berge.

 

Nach einem kurzen Abstecher zum Schiff, um unseren Hunger zu stillen (Mittagsmenü), schnappen wir uns wieder unsere Ausrüstung und nehmen uns den Aksla vor. Wir haben ja nun kein Problem mehr mit Eis und Schnee. Und was für eine tolle und lange Tour das wird. Nach dem Erklimmen der 418 eisigen Stufen wächst unser Vertrauen in die Spikes und wir wandern einfach weiter. Wunderbare Blicke auf die schneebedeckten Gipfel der Sunnmøre Alps lassen uns die Zeit vergessen. Wir wandern und wandern. Ab uns zu treffen wir einen toughen Norweger mit Turnschuhen und wir fragen uns, was die Norweger von uns unsicheren Touris unterscheidet. Wir machen eine Riesenrunde und sehen den eifrigen Bauarbeitern zu, die Ålesund um weitere Industriegebiete erweitern. Hier gibt es keine Winterpause beim Bauen wie bei uns 🤔.

Mit müden Beinen und einem mächtigen Kaffeedurst kommen wir wieder zum Schiff und genießen dort Kaffee und Süßteilchen in gemütlichen Sesseln mit Blick auf Küstenwache, wilden Rettungsbootfahrern und majestätischen Seeadlern über dem Meer.

Kurz vor 20 Uhr legt das Schiff wieder ab und geht es weiter nordwärts. Nächstes Ziel Molde 22 Uhr und morgen Trondheim. Mal sehen, was uns dort in der ebenso schönen Stadt erwartet.