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Der Tag der drei Höhepunkte

Sonnenaufgangswanderung

Schon am Vorabend haben wir die Wettervorhersagen studiert. Obwohl wir ja bereits das große Glück hatten, den Fitz Roy so nah erleben zu können, hatten wir definitiv noch nicht genug von den tollen Bergen bei El Chaltén. Selbst unser Guide Emanuel wollte seinen freien Tag dazu nutzen, uns in aller Frühe zu einem Aussichtspunkt zu begleiten, um die Berge beim Aufgehen der Sonne zu sehen. 4:30 Uhr stehen wir dick eingepackt und mit Stirnlampen bestückt in der Hotellobby und sind mächtig gespannt, was uns der frühe Morgen so bringt. Hoffentlich hat sich das frühe Aufstehen gelohnt.

Wir marschieren durch den gesamten Ort El Chaltén und gehen über den Fluss. Über matschige Wege geht es auf der anderen Flussseite wieder bis auf Höhe unseres Hotels (wenn es dort eine Brücke gäbe, hätten wir etwas länger schlafen können). Irgendwann geht es dann bergauf. Emanuel führt und in stoischer Ruhe nach oben. Eigentlich wusste keiner so recht, dass es 200 Höhenmeter relativ steil zum Aussichtspunkt gehen sollte. Aber keiner murrt, da alle einzig und allein auf rosa Bilder von einem wolkenlosen Berg hoffen. Endlich oben zeigt sich ein relativ klarer Berg, nur ein paar Wolken stören die Szenerie noch etwas. Jetzt heißt es warten. Es ist nach 5 Uhr und die Sonne soll gegen 5:50 Uhr aufgehen. Der Wind hier oben ist stark und leider auch sehr kalt, so dass das Warten etwas ungemütlich wird. Ab 6 Uhr sind wir alle glücklich und jeder hat mindestens 100 Bilder gemacht 😝.

Der Weg nach unten fordert dann noch mal volle Konzentration und Frank entdeckt dann an der Brücke den lang ersehnten Blick auf den Cerro Torre. Damit hätten wir ja alle Berge hier gesehen 😜. 

Mirador de los Cóndores

Nach dem verdienten Frühstück gings bei schönstem Sonnenschein wieder quer durch den Ort. Ziel ist ein gut erschlossener Weg zu dem Aussichtsberg der Kondore. Aber auch hier ist ein einfaches Loswandern nicht möglich. Ohne Permit kein Zugang. Wir zeigen unsere abgelaufenen Tickets vor und erklären, dass ja wegen des Regentags und der geschlossenen Zugänge unsere Tickets den 3. Tag noch gültig sein sollten. Kein Problem, die Ranger sind freundlich und lassen uns passieren.

 

Der Weg zum Mirador ist voller Menschen, was uns aber wegen den breiten Wegen und den tollen Blicken kaum störte. Schon zu Beginn des Aufstiegs war nun auch der Cerro Torre in voller Schönheit zu sehen, und seine Eiskappe und die komplett vereiste Westseite wurden immer öfter zwischen den Wolken sichtbar. Oben auf dem Gipfel machten wir es uns als Gruppe gemütlich und konnte viele Kondore beobachten, die um ihren Namensgeber-Berg kreisen.

 

Ein wahrer Genussberg, der Mirador de los Cóndores!

Das beste Bild jedoch hab nicht ICH, sondern Lars aus unserer Gruppe gemacht. Dieses geniale Bild eines Kondors vor dem Cerro Torre ist ihm gelungen - VIELEN DANK, Lars Trede, dass du mir das Bild zur Verfügung gestellt hast.

Mirador Cerro Torre

Das schöne Wetter spornte uns nun weiter an, die dritte Wanderung des Tages zu starten. Wir hatten auf der Tour von vor 3 Tagen im Nebel einen Aussichtspunkt erklommen, bei dem man damals theoretisch den Cerro Torre hätte sehen können. Nun war der Zeitpunkt gekommen, den Mirador zu testen, um zu prüfen, wie gut man den Cerro Torre von dort sehen kann. Viel Zeit bis zu unserer 16 Uhr geplanten Abfahrt blieb nicht, dennoch beschlossen wir kurzfristig, es zu versuchen. Im Eiltempo gings dann los und wir waren mehr als rechtzeitig oben, um den Blick zu genießen und gemeinsam mit einem Teil unserer Gruppe, die die gleiche Idee hatten, den dritten Berg des Tages zu feiern.

16 Uhr gings dann pünktlich vom Hotel los und am Abend erreichten wir El Calafate, einer schnell wachsenden Stadt in Patagonien mit inzwischen 30.000 Einwohnern und Wohnort unserer Reiseleiterin Monica. 

Bei einem Rotwein aus einem kleinen Laden und unseren Vorräten aus dem Rucksack lassen wir den Abend ausklingen. Was für ein toller Tag!