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Eisberge hautnah

Von El Calafate aus geht es heute zum größten Gletscher, den wir bis jetzt in unserem Leben gesehen haben. Und, wir haben schon viele gesehen. In Norwegen, Island und Neuseeland haben uns bereits die blau leuchtenden Eisberge begeistert. Heute hingegen sollten wir einen wahren Riesen unter den Gletschern kennenlernen. Eine spezielle Reiseleiterin allein für den Perito Moreno Gletscher ist mit dabei. Sie heißt Sissi und kommt ursprünglich aus Österreich, lebt aber nun in Patagonien. Sie erzählt uns untermalt mit vielen Bildern auf ihrem Tablet alles Wissenswerte zur Entstehung und Größe des Gletschers.

 

Hier ein paar Fakten:

Der Perito Moreno Gletscher liegt im Nationalpark Los Glaciares in der Provinz Santa Cruz und ist UNESCO-Weltnaturerbe. Der Gletscher hat eine Gesamtfläche von etwa 250 km², was in etwa der doppelten Größe von Paris entspricht. Er ist über 30 km lang. Nur etwa 10 % des Gletschers sind sichtbar. Die Gletscherfront, die in den Lago Argentino mündet, ist etwa 5 km breit und ragt 55 bis 70 Meter aus dem Wasser empor. Die Gletscherzunge stößt periodisch auf eine kleine Halbinsel (Península de Magallanes) und blockiert den südlichen Arm des Lago Argentino. Dies staut das Wasser auf, bis der Druck zu groß wird und die Eisbrücke spektakulär einstürzt, ein Phänomen, das sich früher etwa alle zwei bis vier Jahre wiederholte. Dieses Ergeignis kommt wegen dem Rückzug des Gletschers aber nicht mehr so häufig vor. Keiner weiß aktuell, wann es wieder so weit sein wird.

 

Nach einer ausführlichen Besichtigung der Gletscherfront von einem wunderbar ausgebauten Weg am Hang der Halbinsel geht es am Nachmittag mit einem Katamaran direkt in das Eiswasser und nah an die Gletscherfront heran. Leider musste genau zu dieser Zeit kein spektakulärer Eisklotz abbrechen 😏. Zuvor konnten wir so einige Abbrüche sehen (meist hat man nur den Lärm gehört, der zeitversetzt bei den vielen Zuschauern an den Aussichtsplattformen ankam) und haben beobachten können, wie ein Eisberg auseinanderbrach und sich spektakulär gedreht hat. Seine tiefblaue Unterseite (wegen dem fehlenden Kontakt mit der Luft) kam nach einer langsamen Drehbewegung nach oben.

Den Abend verbrachten wir dann in der "Großstadt" El Calafate. Uns begleitete die ersten 300 Meter ein schwarzer Hund und ich hatte schon Angst, dass wir ihn nicht mehr abschütteln können. Kurz nach der Polizeistation hat er dann zum Glück andere interessante Dinge gefunden und wir konnten entspannt allein weitergehen. Zwei T-Shirts mit schönen Aufdrucken aus Patagonien waren die Souvenire, die wir für uns gefunden haben. Neben ein paar Kleinigkeiten haben wir sonst keine großen Shopping-Aktionen geplant. In einem etwas abgelegenen Teil des Ortes haben wir dann sehr reichlich aber günstig je ein Riesenschnitzel gegessen. Die Bestellung ohne Menükarte war wegen der fehlenden Englischkenntnisse der Bedienung nicht einfach. Deepl musste helfen, damit wir nicht aus Versehen ein ganzes Menü bestellen. Einige Schnappschüsse zeigen die bunte Welt der schnell wachsenden "Metropole" El Calafate.