Früh gehts los, 7 Uhr fährt unser Bus aus El Calafate ab. Es wird ein Fahrtag und uns erwartet neben dem Blick aus dem Busfenster einiges an Grenzerfahrungen. Wir werden heute mit dem Bus die argentinisch-chilenische Grenze überqueren. Die Straße zur Grenze Argentinien-Chile ist auf Google-Maps kaum zu finden, eine Schotterpiste abseits der Route 40.
Während wir Fotostopps machen, fährt ein großer Reisebus an uns vorbei. Unser Busfahrer sah dies als Herausforderung, ab nun "etwas" schneller zu fahren. Anschallen und los geht es, wir fliegen förmlich mit unserem kleinen Bus über die Straßen Richtung Grenze, was bei der Schotterpiste zur echten Herausforderung wurde. Mit großem Gejohle der ganzen Reisegruppe haben wir es geschafft und konnten uns an der Grenze vor dem großen Reisebus in die Schlange stellen 😝.
Ausreise Argentinien - Einreise Chile
Jetzt heißt es WARTEN. Vom Bus aus beobachten wir die Schlange an Menschen, die vor uns ankamen und in einem Häuschen warten, um ihre Pässe vorzeigen zu können. Nach gefühlten Ewigkeiten dürfen wir aussteigen und die Kontrollprozedur über uns ergehen lassen.
7 Kilometer weiter geht es nun durch "Niemandsland" bis wir am Chilenischen Grenzposten ankommen. Auch hier ist wieder Warten angesagt, aber dieses Mal mit vollem Gepäck. Unser Busfahrer drängelt sich an anderen Touristen vorbei, um uns eine bessere Ausgangsposition zu erkämpfen (nicht ganz fair). Wir erhalten eine 90-Tage-Aufenthaltsgenehmigung und unser Gepäck wird halbherzig nach verbotenen Lebensmitteln durchsucht (durchleuchtet, ohne dass jemand wirklich darauf achtet).
Das Kuriose kommt aber noch. Eigentlich hätte unser Argentinischer Bus gar nicht über die Grenze fahren dürfen. Bis zum Hotel, das unmittelbar hinter der Grenze liegt, darf er dann doch fahren. Wir verabschieden uns von Bus und Busfahrer, um auf der chilenischen Seite einen neuen Bus, Busfahrer und Guide zu bekommen. Ab sofort wird uns Luis fahren und Javier als Guide mit seiner netten chilenischen Art zu jedem Ausflug motivieren. Der Bus macht erst mal keinen guten Eindruck. Der Platz ist sehr viel geringer, die Ablagemöglichkeiten der Rucksäcke unbrauchbar und das Gefährt macht einen klapprigen Eindruck.
Ach ja, die Straße direkt nach der Grenze war übrigens bestens betoniert. Soll wohl zeigen, dass auf der chilenischen Seite alles besser funktioniert. Wir werden dies die kommenden Tage ausführlich überprüfen 🧐.
Nach einem kurzen schon etwas chaotischen Stopp, um Empanadas und Cola zu kaufen, fahren wir in den Nationalpark Torres del Paine. Ab nun werden wir über staubige Schotterpisten mit vielen Schlaglöchern fahren. Eine Unterhaltung bei den Fahrgeräuschen ist kaum möglich. Auf dem Weg in den Nationalpark sehen wir eine Herde Guanacos, die mit viel Schwung über die hohen Zäune am Straßenrand springen. Zum Glück haben es alle unbeschadet geschafft.
Wanderung am Lago Azul
Nach der langen Fahrerei freuen wir uns auf die erste Wanderung des Tages. Wir holpern mit dem Bus auf die Ostseite des Nationalparks und genießen die irre schönen Blicke auf die Paine Türme und die grünen Hügel der umgebenden Landschaft. Javier erklärt uns die Flagge der Magellan-Region Patagoniens (Blauer Himmel, Gletscher, das Kreuz des Südens und die gelben leuchtenden Graswiesen).
Wir wandern zu einer Anhöhe mit Felsmalereien und erkunden die Südbuchen-Varianten Nirre und Lenga und die blühenden Pflanzen am Wegesrand.
Nach der Wanderung kommen wir wieder im Hotel an der Grenze an und verbuchen je 40€ + Getränke für ein Buffet, das diesem Geldbetrag nicht wirklich gerecht wird. Der Umtauschkurs von 1 : 1000 zwischen Euro und chilenischen Peso lässt sich zwar gut rechnen, wir hoffen aber, dass diese Preise der Grenznähe geschuldet sind (man hat ja keine Wahl, denn die Grenze schließt 18 Uhr!).
























