· 

Von Türmen und Hörnern

Vom Hotel an der Grenze geht es heute in den Nationalpark Torres del Paine. Das Wetter ist traumhaft und die Sonnencreme ist im Dauereinsatz. Die weiten Blicke bei unseren ersten Fotostopps geben einen ersten Eindruck, was wir die nächsten zwei Tage erleben können. Wenn da nicht diese holprigen Wege im Nationalpark wären und die ständige Unsicherheit, die Rucksäcke mit samt aller wichtigen Papiere irgendwann in der staubigen Landschaft suchen zu müssen. Das Vertrauen in die Türen unseres Busses ist ziemlich eingeschränkt.

Erste Wanderung zu den Höhlenmalereien der Tehuelche

Unsere erste Wanderung führt uns nördlich des Lago Sarmiento zu einem Aussichtspunkt, bei dem man auch ein paar der erhaltenen Felsmalereien der indigenen Tehuelche, die sich selbst aber Aónikenk nannten, ansehen kann. Einen guten Überblick über die Bevölkerungsgruppe, denen so viel Unrecht angetan wurde, gibt Wikipedia unter dem Link https://de.wikipedia.org/wiki/Tehuelche.

Quelle Wikipedia: Die Tehuelche, Tewelche (Fremdbezeichnung der Mapuche, in Mapudungun: "Volk im Süden", "Leute des Südens", manchmal auch als "Wehrhaftes Volk" wiedergegeben) oder je nach Dialekt in ihrer Tehuelche-Sprache als Aónikenk ("Südliche Tehuelche bzw. Volk") bzw. Gennakenk ("Nördliche Tehuelche bzw. Volk") bekannt, sind das größte Volk der indigenen Patagonier Argentiniens. Die ursprüngliche Eigenbezeichnung lautete Choanik oder Chonqui ("Mensch" oder "Volk"). Ihre heutige Zahl wird sehr unterschiedlich angegeben: Nach Ethnologue lag sie 2004 bei 10.600, nach dem argentinischen Zensus 2010 bei 27.800 Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei heute fast ausschließlich um Mestizen (Nachfahren teils mit Europäern "vermischt") handelt. 

Auf dem wunderschönen Wanderweg bewundern wir neben den vielen schönen Blumen. Vor allem die lustig aussehenden niedrig wachsenden Pantoffelblumen haben es mir angetan. Neben der Flora war aber auch die Fauna in Form eines sehr dominanten Guanakos ein Blickfang. Das Licht, die Berge, kleine Seen mit Wasservögeln - einfach die ganze Natur - ein wahrer Genuss.

Auf dem Weg zur zweiten Wanderung trafen wir am Straßenrand auf eine auffällig große, mit großen Objektiven bewaffneten Gruppe von Personen. Was haben die nur im Blick? Javier geht davon aus, dass diese nicht ohne Grund am Straßenrand stehen. Wir gesellen uns also dazu und suchen und suchen und spekulieren. Mit Hilfe von Ferngläsern, neuen Handys mit großem Zoom und vielen guten Augen erspäen wir dann einen kleinen beigen Fleck mit Ohren. Ein Puma wurde gesichtet! Es waren sogar zwei, wie eine Fotografie von Monica, die einen Bildschirm einer großen Kamera abfotografiert hat, zu erkennen war.

Wanderung zum Mirador Cuernos am Lago Nordenskjöld

Die nächste Wanderung bringt uns dann nach einer Picknickpause am Lago Pehoe mit tollem Blick auf das Massiv des Torres del Paine von Süden aus weiter an die schönen zweifarbigen Hörner. Die Geologie erklärt uns Javier an Hand von Infotafeln, auch wenn im starken Wind seine Worte kaum zu verstehen sind. Der Wind und manche Böe lässt einen spüren, das Wandern in dieser Gegend kein leichtes Unterfangen ist.

Bilder von unserer Picknickpause und dem Weg zum Lago Pehoe:

Bilder der Wanderung am Lago Nordenskjöld:

Hotel mit Bergblick

Unser Hotel für die kommenden zwei Nächte liefert uns direkt aus dem Zimmer einen traumhaften Blick auf See und Berge, auch wenn der Wind durch alle Türritzen pfeift. Lustig finden wir das Hotel"eigene" Fohlen, das zum Streicheln einlädt, uns aber dann doch arg auf die Pelle rückt. Ich halte dann doch lieber Abstand, bevor meine Jacke angefressen wird. Die abendlichen Buffet-Auswahl ist vielseitig und wir genießen zum ersten Mal Fisch und viele verschiedenen Desserts.