5:44 Uhr ein Blick aus dem Fenster beschert folgendes Bild:
Eigentlich war der Plan, heute 1 1/2 Stunden auf die Ostseite des Paine-Nationalparks zu fahren und von dort aus eine Hammerwanderung zum Fuß der drei Türme zu starten. Allerdings waren nicht nur die Wettervorhersage wage und die Verpflegungsstationen unterwegs unsicher, auch innerhalb der Gruppe kam die Aussicht auf die lange Tour nicht nur gut an. Beim Frühstück wurde dann noch mal beraten und zwei Alternativtouren gefunden.
Wir fahren mit dem Bus über holprige Wege bis zum Abfluss des Lago Grey und halten an einem neu erbauten Tourismuszentrum, in dem alles teuer ist und selbst das WiFi bezahlt werden muss, wenn man es denn unbedingt nutzen möchte. Wir sparen uns das.
Wir gehen über einen langen Damm und spüren den aufkommenden Sturm. Auf der anschließenden Halbinsel bewegen wir uns von der stürmischen Nordwestseite zur windgeschützteren Ostseite und genießen Blumen, Büsche und Wälder. Da der Weg recht schnell beendet war, gab's noch eine anschließende Wanderung. Auf steilen, engen Pfaden kämpfen wir uns durch kratziges Buschwerk und leuchtend rot blühenden Notro-Sträuchern 300 Höhenmeter nach oben. Teils über Stufen, die meinen kurzen Beinen einiges an Energie zur Überwindung der Schwerkraft kosteten, aber dank Armunterstützung mittels Wanderstöcker war das dann doch kein Problem. Auf dem ersten Mirador beschließt ein Teil der Gruppe (inkl. uns), den weiteren Weg zum nächsten Mirador auszulassen und nach einer ausgiebigen Mahlzeit bei Wind und toller Aussicht den steilen Abstieg anzugehen. So schlimm, wie es beim Aufstieg wirkte, war es dann aber gar nicht. Unten angekommen, warteten wir dann bei Kaffee und einem Donut auf den Rest der Gruppe, die sich weiter oben stramm gegen den stärker aufkommenden Wind stellen mussten.
Im Nationalparkzentrum hat uns dann unser energiegeladener Guide Javier die Geschichte des Nationalparks erklärt und all unsere Routen im Park gezeigt. Auch die schwierige 9-Tages-Umrundung, bei der erst vor einer Woche 5 Menschen ihr Leben verloren hatten, konnten wir an einem detailliert bemalten Modell des Nationalparks nachvollziehen. Vielleicht ist dieses tragische Ereignis auch der Grund dafür, dass an unserem Hotel die Fahnen Chiles und Patagoniens auf Halbmast wehen. Hier am Nationalparkzentrum haben wir uns dann von unserem Nice-Guy-Guide herzlich verabschiedet und dabei gezeigt, dass es sehr wohl eine Argentinisch-Chilenisch-Deutsche Freundschaft geben kann.















