Ankommen
Es ist Sommer in den Bergen und wir sind auf dem Weg zu unserem Urlaubsziel in Ramsau am Dachstein.
Das Dachsteingebirge ist gigantisch und eindrucksvoll, wenn auch der höchste Punkt nicht mal die 3000 Meter erreicht.
In Ramsau, genaugenommen im Ortsteil Kulm, finden wir unseren Möslehnerhof, der uns für eine Woche eine ideale Unterkunft bieten wird. Neben einem tollen Zimmer mit riesigem Eck-Balkon sorgt Nina, die sympatische "Herbergsmutter", für viele nette Gespräche, lokale Tipps und kulinarische Höhepunkte.
1. Wanderung zum Rittisberg mit Dusche
Was macht man in einem Wanderurlaub, wenn die Sonne brennt und die Temperaturen die 30 Grad-Marke reißen? Man sucht schattige Wege, denn die Gegend ist für uns neu und muss erkundet werden. Die Gondelbahnen und alle Mautstraßen im Schladming-Ramsau-Dachstein-Gebiet sind Dank der Sommer-Card, die wir vom Möslehnerhof erhalten haben, komplett kostenlos. So eine umfangreiche Touristen-Card hatten wir noch in keinem unserer Alpenurlaube.
Am Kulmberg entlang machen wir uns auf der Südseite von Ramsau auf den Weg zur Gondelbahn Rittisberg, in der Hoffnung, oben auf dem Berg Luft und kühlere Temperaturen zu finden. In der Godel ist es warm und leider steht auch oben auf dem Berg die Luft. Der Spaziergang auf dem Berg zum Gipfeltürmchen verläuft dann auch leider größtenteils in der Sonne, ein kleiner Waldabstecher mit Erdbeeren und Blaubeeren erfreut mein Beerenherz 😁.
Unser langer Rückweg zurück nach Ramsau-Kulm ist lang und anfangs fühle ich mich wie ein Brathühnchen in der Sonne. Ein fernes Grollen deutet aber bereits auf "kleine" Veränderungen unserer Wanderbedingungen hin. In der Nähe der Schanzen fängt es erst leicht und dann immer stärker an zu regnen. Die Wettervorhersage hatte uns veranlasst, jegliche Regekleidung und unsere Schirme im Quartier zu lassen. Eine kurze Pause unter einem Baum hat nicht viel genützt, es hört einfach nicht mehr auf mit regnen und so machen wir es wie viele andere überraschte Wanderer, wir laufen einfach weiter und frösteln durch das kalte Wasser auf der Haut.
2. Wir steigen dem Dachstein aufs Dach
Warm anziehen, ham's gesagt, Kalt wird's, ham's gesagt.
Auf über 2690 Meter und dem östlichsten Gletscher der österreichischen Alpen sollte das ja auch eigentlich so sein.
Die Fahrt mit der Gondel auf den Gletscher des Dachsteins ist nur per Reservierung möglich. Grund dafür ist der immense Ansturm durch viele Touristen, die den Gletscher und die Eishöhle besuchen möchten. Wir haben bereits am Vortag für 9:30 Uhr reserviert und müssen Dank der Sommer-Card weder für die Mautstraße zum Fuß der Bahn noch für die Gondelfahrt sebst auch nur einen Cent bezahlen. Wir erwischen bereits eine Gondel früher, da eh schon eine Schlange an Menschen ansteht und keiner wissen will, für welche Bahn man nun konkret gebucht hat.
Oben angekommen beginnt das Staunen. Nicht nur der Blick auf die steilen Felswände beeindruckt, sondern auch das T-Shirt-Wetter. Die Fleece- und Windjacken im Rucksack können verpackt bleiben.
Nach einem kurzen Rundumblick der verbauten Landschaft hier oben, machen wir uns auf und erreichen nach einem kurzen steilen Abstieg zum Gletscher den Weg zur Seethaler Hütte. Dieser langgezogene Weg führt über aufgeweichten Schnee auf dem Gletscher und die Sonne scheint erbarmungslos. Warum nur hab ich mich für die lange Wanderhose entschieden? Atemlos erreiche ich die Hütte auf 2741 Meter. Für Frank war es keine große Anstrengung, aber ich kämpfe mit den ungewöhnlich hohen Temperaturen. Erholen kann ich mich jedoch schnell und mich fasziniert der Blick über die steile Felskante in die Tiefe.
Der Schnee, teils mit Hagelkörnern vom Vortag verziert, kühlt Hals und Hände. Auf dem Rückweg wachsen ein paar Wolkentürme, so dass ab und an Schatten für angenehmere Temperaturen sorgt.
Kunst im Eis
Im Eispalast, einer Eiskunstausstellung im Gletscher, kommt dann endlich meine Fleecejacke zum Einsatz. Minus Sieben Grad konservieren tolle Eis-Kunstwerke. Ein buntes Farbspektakel verleitet uns zu allerlei Fotospäßen.
3. Klammwanderung
Welche Ziele zum Wandern sucht man sich nach einer Gletschwanderung bei bleibenden hohen Temperaturen? Ja, da wo es kaltes Wasser gibt. Unser Ziel ist die Silberkarklamm, gut zu Fuß von unserer Unterkunft aus zu erreichen. Auch wenn der Weg teils durch Wälder an kleinen Flüssen entlang führt, so lässt die zunehmende Schwüle die Schweißperlen fließen. Nach einigen Kilometern durch schöne Wälder erreichen wir den Klammeingang. Auch hier brauchen wir keinen Eintritt zu zahlen, dieses Mal aber nur, weil wir Gäste vom Möslehnerhof sind (Nina kennt hier eben einfach alle).
Die Klamm ist wunderschön und sehr gut ausgebaut. Das eiskalte Wasser kühlt die Luft und wir genießen das rauschende Wasser. Oben am Ende der Klamm geht es weiter aufwärts und die Luft steht zwischen den Latschen und Bergblumenwiesen. Der Anblick auf die steilen Felswände ist atemberaubend.
Abkühlung gibt es dann in der Silberkarhütte mit Zitronenwasser und kühlem Bier. Für den Rückweg entscheiden wir uns für den frischen Weg durch die Klamm, auch wenn wir eigentlich eine andere Route geplant hatten. Leider hält die Kühlung nicht lang an und der Weg zurück in der Sonne ist schweißtreibend.
4. Eine Runde um den Dachstein
Wetterumschwung am Dachstein. Pause für die müden Wanderbeine. Mit dem Auto fahren wir in einer großen Runde um das Felsmassiv des Dachsteins. Eigentlich wollten wir uns das internationale Örtchen, das für Chinesen so faszinierend ist, um gleich eine komplette Ortskopie in China zu erstellen, ansehen: Hallstatt am gleichnamigen See im Salzkammergut in Oberösterreich. Aber wir waren erst um die Mittagszeit vor Ort (weil ich ewig beim Wanderschuh-Shopping in Schladming Zeit und Geld "verschwendet" habe 😆) und damit gab es keine Parkplätze mehr im Ort. Die vielen internationalen Touristen haben uns dann aber soundso abgeschreckt und wir haben uns weiter im Norden am Hallstätter See eine Pause und in einem netten Bäckerei-Café Kuchen und Kaffee gegönnt.
Den regenfreien Abend haben wir wandernd über Wiesenwege rund um Ramsau-Kulm verbracht.
5. Auf den Stoderzinken
Mit dem Regen kam endlich frische kühle Luft in die Dachsteinregion. Mit dem Auto schrauben wir uns 1000 Höhenmeter über eine wieder Dank Sommer-Card kostenfreie Mautstraße (20€ gespart!) hoch in ein wunderbares Wandergebiet, das vor allem Bergretter-Fans gut kennen müssten. Denn wir wanderten zum vielbesuchten Friedenskircherl und von dort aus auf den Gipfel des Stoderzinken, mit 2049 Höhenmetern schön luftig. Auch wenn der Gipfel der Lieblingsplatz vieler Schafe sein muss (die Hinterlassenschaften waren nicht zu übersehen), so waren doch die Ausblicke auf die Berge und Täler sehr schön.
Die Landschaft ist mit den knorrigen Zirben, Lärchen und alpenrosen-blühenden Almen wunderschön und das Wandern macht richtig viel Spaß.
6. Wanderung von der Reiteralm zum Spiegelsee
Unser letzter Urlaubstag ist angebrochen. Der Himmel ist regenverhangen und wir verbringen viel Zeit beim Frühstück, das heute mit Kannebølle versüßt wurde.
Nach 10 Uhr lässt der Regen allmählich nach und wir machen uns auf den Weg in die gegenüberliegenden Berge. Das heißt, ins Ennstal runterschrauben und dahinter wieder in gleicher Höhe nach oben kurvenreich hocharbeiten. Mit dem Preunegg Jet (ja, so kann auch eine Seilbahn heißen) gehts ruckzuck nach oben auf 1750 Meter. Unser Tagesziel ist eine Rundwanderung über einen Höhenweg auf 2000 Metern und abwärts zu den schönen Bergseen, eingebettet in Almwiesen und stämmigen Zirben.
Der Weg führt zu Beginn leider nasskalt durch Wolken und Nebel und erlaubt nur ab und an einen Blick ins Tal. Es ist ganz schön kalt und ich bin froh, eine warme Jacke dabeizuhaben. Mit der Zeit und auf dem Weg herab zum schönen Spiegelsee wird es wärmer und die Sonne ist immer häufiger zu sehen. Die Wanderung über viele Felsen und Steine ist abwechslungsreich und wir genießen die Landschaft.
Auf dem Rückweg gibt es "Steichelzoo"-Ziegen auf dem Wanderweg und vor der Bergabfahrt mit der Gondel genießen wir noch eine leckere Mahlzeit mit Gulaschsuppe, Apfelstrudel und Kaffee und Kakao.













































































































